Horbach-Technik 

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Feinguss nach dem Wachsausschmelzverfahren

 

Anfertigung des Originalmodells

Als Original sollte ein Modell bester Oberflächenqualität Verwendung finden: je besser die Oberflächenqualität des Originals, desto besser wird das Abdruckergebnis. Der Schwund von ca. 5 bis 7 % muss bei der Grösse des Originals berücksichtigt werden.

 

Herstellen der Form

Um das Original in Wachs vervielfältigen zu können, benötigt man eine Gummi-(Kautschuk-) oder Silikonform.

 

Gummi-(Kautschuk-)form

Das zwischen Rohgummiplatten (oder in die "vorgefertigte Gummiform") eingebettete Original wird in einem die äussere Form begrenzenden Rahmen (Vulkanisierrahmen) unter Druck und Wärme (ca. 160°C) in einer Vulkanisierpresse haltbar gemacht (vulkanisiert). Die Gummiform kann zum Öffnen "gerissen" werden (vor dem Vulkanisieren werden die beiden das Modell berührenden Gummiflächen mit Talkumpuder "getrennt"; beim Vulkanisieren verbinden sich diese Flächen nicht, die Form lässt sich entlang dieser Trennfläche öffnen). Eine andere Methode ist das "Schneiden" einer Gummiform: nach dem Vulkanisieren wird der kompakte Gummiblock mittels Skalpell in Richtung Modell aufgeschnitten. Die Trennfuge kann auf diese Weise nach Wunsch angelegt werden.

 

Silikonform

Eine spezielle Form, in der das Originalmodell zuvor fixiert wurde, wird mit einem Zwei-Komponenten-Silikon, das unter Vakuum angerührt wurde, befüllt. Nach dem Aushärten des Silikons entnimmt man den transparenten Silikonblock der Form und schneidet diese mit Hiulfe eines Skalpells in Richtung des Originalmodells auf.

 

Wachsteile

Der Hohlraum in der Gummi-(Kutschuk-) oder Silikonform entspricht der Form des Originals. Dieser Hohlraum wird mittels eines Wachsinjektors mit flüssigem Wachs gefüllt (injiziert). Nach dem Erstarren des Wachsteiles wird die Form geöffnet und das Wachsteil entnommen.

 

Wachsbaum aufbauen

Die Wachsteile werden mit einem Anwachsgerät an einem Mittelstamm aus Wachs befestigt, der in einem Gummiteller steckt. Stück für Stück befestigt man die Wachsteile wie "Äste" am Mittelstamm. Die Höhe und der Durchmesser des Wachsbaumes richtet sich nach der Höhe und dem Durchmesser der Küvette.

 

Einbetten

Nach dem Aufsetzen der Wachsteile wird ein Stahlzylinder (Küvette) in den Rand des Gummitellers gesetzt. In dieser Küvette wird die mit Wasser vermischte Einbettmasse eingefüllt. Diese wird zuvor unter Vakuum angerührt. Unter Vibration und Vakuum werden die Gase und Luftblasen aus der Einbettmasse entfernt. Ein blasenfreies und formtreues Einbetten der Wachsteile wird auf diese Weise garantiert und ist die Basis für einen perfekten Guss.

 

Wachsausschmelzen

Ist die Einbettmasse abgebunden, entfernt man den Gummiteller von der Küvette und erwärmt die Küvette mit Dampf im Auswachsgerät, sodass das Wachs herausläuft. In die jetzt entstandenen Hohlräume wird später das flüssige Metall gegossen. Die Küvetten müssen jetzt in einem speziellen, computergesteuerten Ausbrennofen ausgebrannt werden. Die Dauer des Ausbrennvorganges beträgt ca. 15 Stunden. Nach erreichter Giesstemperatur der Küvette kann man nun giessen.

 

Giessen

Das Metall wuírd nun geschmolzen und in die heisse Küvette eingefüllt. Dies geschieht durch Vakuum (statischer Guss). Vakuum wirkt durch die Einbettmasse hindurch auf den Hohlraum der Küvette und saugt das flüssige Material an.

 

Ausbetten

Die immer noch heisse Küvette wird in kaltes Wasser getaucht (Ausnahme: werden Schmucksteine mitgegossen, kann das Ausbetten nur im kalten Zustand in einer Ausbettmaschine erfolgen, durch Hochdruckwasserstrahl).

 

Reinigen des Gussbaumes

Der Metallgussbaum kann nun mit einem Einbettmasse-Lösemittel in einem heizbaren Beizgerät gesäubert werden oder aber im Sandstrahlgerät (trocken oder mit Sand und Wasser = läppstrahlen). Dabei wird die anhaftende Oxydhaut abgetragen.

 

Abscheiden der Gussteile

Die Gussteile müssen nun mit einem Hebelseitenschneider oder einer pneumatischen Abschneidschere vom Mittelstamm abgeschnitten werden.

 

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